Mein Mr. Right wird schon alles richten

Und dann kam der Prinz. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Liebes Tagebuch,

manchmal kam in mir genau dieser Wunsch auf. Dass der Eine kommt und mich umhaut. Alle Zweifel wegfegt. Am besten durch seine pure Existenz. Ich gebe es zu. Es gab Tage, da sehnte ich mich regelrecht danach. So konnte ich sagen: Es muss nur der richtige Typ kommen, dann klappt alles. Das wünschte ich mir eine lange Zeit tatsächlich. Dass es so einfach wäre. Ich hinterfragte es nicht mal. Die Verantwortung einfach abgeben. Irgendwann hinterfragte ich es zwar aber eher durch die Zweifel, ob es für jeden diesen Kerl geben könnte. Ich schickte regelmäßig Stoßgebete zum Himmel oder woanders hin: Lass den perfekten Kerl einfach in mein Leben tanzen, der dann mit mir und all meinen Facetten klar kommt. Mit diesen umgehen kann und dann wird alles gut. Der mir im besten Fall noch beweist, dass Liebe klappt, hält und somit eine ganze Menge Beständigkeits-Gefühl mitbringt und mir möglich macht. Weil ich es mir vielleicht manchmal auch einfach machen musste, um nicht durch zu drehen in meiner Verzweiflung durch meine Gedanken und vor allem das Nicht-Kontrollieren-Können dieser. Um diesem Wahnsinn an Zerdenken zu entkommen, bei dem ich manchmal das Gefühl hatte verrückt zu werden.

Irgendwann wurde mir klar, dass das nicht funktionieren könne. Welcher Mann sollte und könne bitte diese Verantwortung übernehmen? Selbst wenn ich es ihm nicht sagen würde und diese Erwartung still und heimlich halten würde. Dieses Bedürfnis könnte unmöglich befriedigt werden.

Dazu trugen auch Sätze bei wie: „Irgendwann kommt der Richtige für Dich“, was ich fälschlicherweise als: „Der bringt dann alles mit damit es Dir gut geht“ verstand. Kann man bitte ab jetzt den Zusatz anhängen: „Der Richtige für Dich, weil er all die Mittel mitbringt, die ihr beide braucht, kombiniert mit Deinen, um gemeinsam mit Dir etwas Großes aufzubauen.“ ?

Ich schob so viele Jahre so vieles auf die Männerwelt. Nicht nur, dass ich meine komplette Verantwortung abgab, da ich erwartete, dass einer kommt, der mich rettet und alles mitbringt, was mich ins Positive verändert und mit dem es gut wird. Als ob das noch nicht reichte, schrieb ich der Männerwelt und vor allem diesem potentiellen Mr. Right nicht nur zu, mich auf irgendeine Art retten zu können, ich packte auch gleich noch die Verantwortung für all Meine hässlichen Gefühle mit dazu. Meine Verletzungen, Meine Ängste, Meine Eifersucht.

Es war so schön einfach. Ich musste nichts auf mich beziehen und konnte die Verantwortung für alles abgeben. Es war so genial einfach. Auszublenden, dass es Meine Gefühle sind.

Aber jetzt kann und will ich nicht mehr zurück.

5 Kommentare

  • Anonymous

    Servus, Jana,

    welche Liebe ist eigentlich die richtige? Diejenige die glühend heiß am ersten Tag des sich in die Augensehens auftritt, oder jene, die unter Umständen sich erst nach Wochen, Monaten, oder Jahren des Kennens mehr, oder weniger langsam entsteht?
    Ich lebe noch von der Illusion, oder Wahrheit, dass das sich glühende Verlieben von Anfang an nur das richtige sein kann. Denn wenn es nicht gleich am Anfang geschieht, kann es nichts „Gscheides“ sein.
    Wie sind Eure Erlebnisse?

    Mit humorvollen Grüßen in die Nacht!

    Rainer

    • Jana Pimienta

      Guten Morgen lieber Rainer,

      da sprichst Du eine gute Frage an.
      Ich stehe natürlich total auf das Gefühl am Anfang, ganz klar. Aber das wird so nicht die Beziehung durch bleiben. Ich bin mir sicher, wenn man immer da drauf aus ist, kann eine lange Beziehung nicht funktionieren.
      Ich denke es sind wirklich verschiedene Arten der Liebe. An manche kommt man in den Anfangsphasen gar nicht ran. Gerade jetzt freue ich mich aber über diese weiteren Stadien.
      In einer jetzigen Beziehung habe ich das erste Mal das Gefühl, ich finde den anderen immer toller. Vielmehr noch das, was ich in ihm und mir sehe – nicht die Projektion oder Interpretation an sich, ich meine das, was durch uns beide dadurch möglich ist. Mein neuer Blogbeitrag passt da auch ganz gut.
      Da ich gerade erst für mich lerne, wir kräftig meine Gedanken sind und meine Gefühle von diesen abhängig sind, ergeben sich da für mich nochmal ganz andere Möglichkeiten.. 🙂
      Wie sieht es bei Dir aus?

      Einen super Tag wünsche ich Dir!
      Jana

      • Rainer Großmann

        Servus, Jana,

        bei mir hat es bisher in all den Jahren immer nur zu „Teilzeit“-Verliebtheiten gereicht, will heißen, so schnell, wie sie kamen, waren sie wieder vorbei und alles nüchtern und normal wie vorher. Dies war natürlich keine Basis für eine Partnerschaft.
        Metaphysisch und karmisch betrachtet bedeutet dies natürlch, dass bisher Partnerschaft kein Thema sein konnte und durfte. Mein metaphysischer Auftrag hier auf Erden ließ und lässt es (momentan) nicht zu. Unter Umständen ist es auch noch Karma, weil ich es in anderen Leben zu doll getrieben habe, oder die passende Frau war noch nicht dabei. Was eventuell in der nächsten Zeit, oder Jahren noch kommt, sieht man. Wenn es kommt, dann ist es kosmisch jetzt schon vorgeplant. Umrisse meine ich, zu sehen.

        Geduld ist nicht gerade eine meiner höchsten Tugenden, jedoch zwangsweise muss ich es sein.

        S‘ Grüßle
        Rainer

        • Jana Pimienta

          Lieber Rainer,

          Danke für Deine Antwort.
          Liegt es nun für Dich an der fehlenden „kompatiblen“ Frau, am Karma-Denken oder an Dir, der nicht in den passenden Umständen ist? Du beschreibst verschiedene Theorien/ Erklärungen. Welche ist es nun für Dich oder lese ich es richtig, dass Du es nicht weißt?
          Ja, Geduld ist so eine Sache.

          Herzliche Grüße
          Jana

          • Rainer Großmann

            Salut, Jana

            es gelten mehr oder weniger alle Punkte. Am vorherrschendsten ist allerdings der kosmische Auftrag, den ich habe. Der „lässt“ momentan nichts anderes zu. Vollständig kann ich es allerdings mit meinem Bewusstsein noch nicht einsehen, welcher Punkt nun zu wievielen Anteilen wirksam ist. Gesteuert wird dies natürlich von der feinstofflichen Welt.

            Grüße
            Rainer

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