Meine Fernbeziehung

Liebes Tagebuch,

Die Fernbeziehung nervt. Was mir am Anfang wie ein Sicherheitsanker vor kam, wie das Gefühl, so nicht zu viel vom eigenen Leben, was ich gerade so begann alleine hinzubekommen, aufzugeben, fühlt sich jetzt gerade scheiße an. Ich bin so abhängig von den komprimierten Stunden, gefüllt mit unseren komprimierten Konversationen, Launen und Gefühlen.

Dieses Gefühl sich schneller zu verändern, sich zu erfahren als dass man es überhaupt am Wochenende aufholen kann. Geschweige denn erklären, wo man gerade steht. Ich mag sie gerade nicht. Ich mag uns. Aber ich mag diese Wochenendbeziehung gerade nicht. Vielleicht haben wir auch einfach noch nicht den Dreh raus. Liegt es nun daran, dass wir uns zu wenig sehen? Oder diese Zeit falsch nutzen?

Bei mir passiert gerade so viel und wenn ich Dich treffe komme ich nicht hinterher Dir davon zu erzählen, geschweige denn, etwas davon aufzuholen. Ich hasse gerade diesen Druck. Ich hasse dieses gefilterte Ich, das versucht die richtigen Dinge rein zu packen um die aktuellen Themen und Launen auf die kleinstmögliche Menge zu bekommen. Um diese auszutauschen. Um gerade so genug zu haben, um in der Zeit ohne Dich davon profitieren zu können. Ich hasse es, dass wenn wir uns sehen, dann alles komprimiert ist. Mich nervt es, dass ich dann jedes Mal versuche mich zu komprimieren. Ich mag das nicht, dass dann alles von diesen Stunden abhängt. Denn jedes einzelne Mal komprimiere ich mich irgendwie an den falschen Stellen.

Alles ist abhängig von diesen zusammengepressten Gesprächen, Reizen, den Aktivitäten und der Laune dieser Stunden. Das fühlt sich nach so viel Druck an. Ich hasse es, dass unsere Lockerheit damit oft flöten geht.

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