Datenschutz in Beziehungen – brauchen wir Cookies?

Datenschutz ist in letzter Zeit ein so großes Thema, man kommt kaum an Diskussionen über die Vor- und Nachteile im Zusammenhang von Datenspeicherungen und deren Verarbeitungen vorbei. Irgendwie macht das ganze Thema mir Angst. Dieses Gefühl, dass es mich wohl möglich irgendwann zerstören könnte. Ich fühle eine Unsicherheit, gerade weil es für mich so wenig transparent scheint. Sodass ich geneigt bin gleich resigniert zu entscheiden: Das ist mir zu viel, da blicke ich nicht durch. Da steige ich gar nicht erst ein. Gefühlt habe ich schon vor einer ganzen Weile den Überblick verloren. Gut möglich, dass genau das mir letztendlich zum Verhängnis wird.

Ich will meine Daten sicher aufgehoben wissen, sie vor Gefahren durch Missbrauch schützen. Ich will mich schützen. Auf Websites komme ich um den Hinweis auf die Verwendung von Cookies nicht mehr herum.

Wie ist es, wenn man einen Mann kennenlernt? Man wird nicht gewarnt vor möglicher Verwendung von Cookies und deren interaktivem Treiben im Hintergrund. Ich bin mir weder bewusst über die Daten die erhoben und zwischengespeichert werden, noch was mit ihnen genau geschieht.

Lerne ich einen Mann kennen, dann könnten Cookies durchaus ein Vorteil sein. Je mehr Informationen durch diese über mich abgespeichert werden, desto einfacher vielleicht das weitere Prozedere für den Kerl und mich. Vielleicht kann er sogar umso besser mit mir umgehen, durch das gespeicherte Material im Hintergrund. Desto schneller und vielleicht auch leichter verbunden könnte ich mich fühlen. Viel einfacher wäre das Bedienen seiner Website. Allein schon der Zugang, durch den schnellen Identifikationsabgleich und das damit einhergehende Einloggen in das Portal dieses Kerls und damit das schnellere Anknüpfen, bei meinem nächsten Besuch. Aber ernsthaft: Mit wie vielen dieser Cookies habe ich es hier zu tun und noch wichtiger: was genau speichern sie?

Angenommen ich verliebe mich in einen Mann, besuche seine Website mehrmals täglich, weil sie mich so fasziniert und ich ständig auf dem Laufenden sein möchte, ob er neue Beiträge hoch lädt oder eine neue Schaltfläche platzierte. Was passiert da mit meinen Informationen? Welcher Gefahr setze ich mich beim Besuchen dieser eventuell aus? Sie könnten der Weiterentwicklung dienen. Könnten auf wunderschöne Weise genutzt werden, indem sie beim Ausbauen und den Interaktionen zum Fördern von für Vertrauen und Verbundenheit helfen. Zeitgleich können sie einen aber unfassbar verletzlich machen und bringen eine enorme Macht mit sich.

Jede meiner Information, die über dessen Cookies gespeichert wird, könnte gegen mich verwendet werden. Vielleicht nicht unmittelbar nach Abspeichern dieser, aber möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt oder nach genügend Datenerhebung, mit genügend anderen Informationen verknüpft. Vielleicht brechen mir kleine Ansammlungen dieser Daten nicht das Genick aber irgendwann dann die über Jahre hinweg angesammelte, große Datenbank. Vielleicht ist es das Zusammenspiel aller Daten gemeinsam und mein Profil, das sie dadurch abbilden oder aber es ist irgendwann diese eine, genickbrechende Information, die im Hintergrund über den Cookie abgespeichert wird und die dann das gesammelte Werk an Daten irreversibel abändert.

Mittlerweile kommt man um die Warnung vor Cookies und deren Zustimmung nicht mehr herum. Jede Website schaltet die Zustimmungsfläche, beim Betreten dieser, dazwischen und man willigt per Klick, meistens unbewusst, zu.

Lerne ich einen Mann kennen, blinken nicht direkt die Warnungsfelder vor mir auf. Wenn dem so wäre, wäre es wohl jedes Mal dieser Augenblick, in dem ich mich ein Stückchen mehr öffne. Dieser Moment in dem ich etwas über mich preisgebe. Ein Wunsch, eine Vision, ein Geheimnis. Das wäre wohl der Moment, in dem ein kleines Feld aufblinken würde, in dem ich das Einverständnis, in Form eines kleinen Häkchens, dass diese Person im Hintergrund Cookies benutzen darf, abgeben könnte. Wenn ich dieses Feldchen optisch wahrnehmen würde, würde ich mich anders verhalten? Wäre ich vorsichtiger? Würde ich andere Entscheidungen treffen, wenn es um die Wahl dessen ginge, was ich preisgebe?

Wir schreiben den Datenschutz in der digitalen Welt so groß, trotz dessen oder vielleicht gerade weil wir ihn nicht gut zu fassen kriegen. Was ist mit dem Datenschutz in zwischenmenschlichen Beziehungen? Wie können wir da unsere Daten schützen? Wo sind unsere Informationen gut aufgehoben, wo bringt das Abspeichern dieser Vorteile und wo bringt es mich in Gefahr?

Wie sieht optimaler Datenschutz in einer Liebesbeziehung aus? Oder kann ich mit einem Datenschutzprogramm gar keine richtige Beziehung führen?

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: