Von Playlists und Entscheidungen

Guten Morgen mein lieber Verstand mit meinen Gedanken, sorry, heute höre ich auf meine Seele.

Heute habe ich einen freien Tag. Neben dem Studienkram und meinem Job, ist heute mal nichts Großes in meinem Kalender eingetragen. Mein Verstand freut sich und kommt sofort mit den großartigsten Ideen, womit ich diesen Tag heute füllen sollte. Wozu ich diese Zeit nutzen könnte, um sie ja nicht zu verschwenden. Im Kopf habe ich schon 14 mögliche Punkte für eine To-Do-Liste im Kopf aufgestellt, noch bevor ich vom Bett ins Bad gelaufen bin.

Kennst Du das, Du sitzt im Zug oder der Straßenbahn, Deine Kopfhörer in den Ohren und klickst Dich durch Deine Playlist. Durch eine derer, die Du Dir selbst erstellt hast, als eine Ansammlung der Lieder, auf die Du für gewöhnlich am meistens Lust hast oder als Sammlung der Lieder, von denen Du weißt, dass die Deine Stimmung heben. Manche Playlists als Sammlung der Lieder, zu denen Du die meisten Assoziationen hast, deren verknüpfte Wege Du liebst zu gehen, sobald Du die ersten Zeilen hörst.

Kennst Du das, wenn Du Dich durch eine dieser Playlists durchklickst, jede selbst erstellt, zu einem Zeitpunkt, an dem Dir diese Kombination an Liedern, gemessen an den situationsbedingten Kriterien, am sinnigsten vorkam und Du aber jetzt, nach Klang der ersten Takte, direkt weiterklickst? Aus einem ganz bestimmten Grund? Weil Du innerlich eigentlich nur dieses eine Lied hören willst? Und das eigentlich immer und immer?

Eins nach dem anderen, klickst Du die Lieder weiter, meistens durch Verwenden der Shuffle-Funktion, während ein großer Teil in Dir schon längst weiß, dass Du eigentlich nur auf das eine Lied wartet, was Du komplett hören willst? Mein Verstand ermahnt mich: Es ist nichts mehr besonderes, wenn Du es dauernd hörst. Du musst Dir das Gute erst verdienen…

Alibimäßig klicke ich mich weiter durch meine Lieder, durch meine eigene Auswahl aus einem vergangenen Zeitpunkt, weil ich mein vergangenes Ich in dessen Entscheidungen irgendwie jetzt nicht kränken oder verraten will.

Mein Verstand flüstert mir ins Ohr: Du kannst nicht dauernd der einen Aufgabe nachgehen, die Dir am besten gefällt und Das Leben kann nicht immer leicht sein und Du kannst nicht dauernd nur Dinge tun, die Dir Spaß machen.

So fühlen sich manchmal meine Tage an. Gefüllt von all den Dingen, die ich tue, um dann irgendwann zu dem zu gelangen, was ich eigentlich die ganze Zeit über machen möchte. Manchmal sogar als eine Art Liste, die ich abarbeite, um dann zu meiner eigentlichen Wunschaufgabe zu kommen.

Gute Dinge muss man sich verdienen. Es darf nicht zu leicht sein. Da ist dann was falsch..

Ja, warum eigentlich nicht? Ich bin hier. Das ist mein Leben und irgendwie kann es eben doch verdammt leicht sein, sagen meine Gefühle. Was auch immer ich mache darf leicht sein. Entscheidungen sind leicht. Alles kann und darf verdammt nochmal leicht sein. Es ist leicht, wenn alles leicht sein darf und mein Lieblingslied höre ich dazu in Dauerschleife.

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