• Was soll denn dieses „an sich arbeiten“?

    In letzter Zeit bemerke nicht mehr nur ich, dass sich bei mir was verändert hat. Meistens sage ich dann: „Cool, ich habe nun auch lange an mir gearbeitet“. Was heißt das denn überhaupt? War ich denn vorher nicht gut genug? Was habe ich denn da bearbeitet? Lange waren meine Gesprächspartner nach diesem Satz still. Ich könnte mir vorstellen, dass das damit zu tun haben könnte, welche Vorstellungen sich dann bei diesen auftun. „An sich selbst arbeiten“ oder „Persönlichkeitsentwicklung betreiben“ – Was heißt das denn? Was macht man denn da? Ist das denn nötig? Klingt irgendwie so aufwendig. Muss ich mich dafür irgendwo anmelden, hohe Summen zahlen oder mich irgendwo einschreiben?…

  • Recycling alter Glaubenssätze

    Liebes Tagebuch, Nicht nur den Müll, den ich durch meinen Lifestyle noch immer produziere, möchte ich recyceln oder recycled wissen. Ich werde das nun auch mit meinen Gedanken tun. Und bei dem größten, unschönen, fange ich nun an. Denn vor dem kann ich mich seit heute nicht mehr verstecken. Ich bin seit einiger Zeit in einem unglaublich wirksamen und damit irgendwie auch alles verändernden Prozess und heute wurde mir etwas bewusst. Ich trage einen weiteren, super unschönen Gedanken, ja, Glauben in mir, im Bezug auf meine Beziehung. Wieso sollte ich gerade bei Dir diesen Aufwand betreiben? Wieso hast Du es verdient, mich ohne Konsequenz-verhalten, zu bekommen, dieses unschöne Verhalten, was…

  • Denk dran, keiner will anstrengende Frauen

    Ich war an diesem Tag mal wieder innerlich am Verzweifeln und beschloss meinem Freund von meinen Ängsten zu erzählen. Ja, von allen. “Das kannst Du nicht bringen!“, meinte L., als ich ihr von meinem Vorhaben erzählte. Ach stimmt ja, da war ja was. Ich hatte wohl gerade vergessen, dass ich meinen Freund doch nicht verschrecken darf. Dieser hässliche Glaubenssatz, der irgendwie tief in mir wohnte. Von dieser Welt, in der Männer unter keinen Umständen überfordert werden sollten. In der Frauen nicht zu kompliziert sein sollten und wenn doch, das bitte gut verstecken zu wissen. In dieser Pärchen-Welt würde mein Vorhaben wie eine Bombe einschlagen und alles zerstören.Dieser Glaubenssatz, der mir…

  • Mein Mr. Right wird schon alles richten

    Und dann kam der Prinz. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Liebes Tagebuch, manchmal kam in mir genau dieser Wunsch auf. Dass der Eine kommt und mich umhaut. Alle Zweifel wegfegt. Am besten durch seine pure Existenz. Ich gebe es zu. Es gab Tage, da sehnte ich mich regelrecht danach. So konnte ich sagen: Es muss nur der richtige Typ kommen, dann klappt alles. Das wünschte ich mir eine lange Zeit tatsächlich. Dass es so einfach wäre. Ich hinterfragte es nicht mal. Die Verantwortung einfach abgeben. Irgendwann hinterfragte ich es zwar aber eher durch die Zweifel, ob es für jeden diesen Kerl geben könnte. Ich schickte regelmäßig…

  • Mein Versuch mich sicher zu fühlen: Anpassung

    Liebes Tagebuch, „Man merkt so richtig, dass Du Dich voll für jeden Menschen interessierst!“, sagt L. zu mir, nachdem wir die Gruppenarbeit beenden. Ich grinse freundlich und nicke ihr irgendwie ein bisschen zustimmend zu während ich überlege das wievielte Mal ich diese Aussage nun höre. In dieser oder einer ähnlichen Version. Und warum ich eigentlich nicke. Ja, das stimmt. Ich interessiere mich für Menschen. Ich studiere sogar eine der vielen Wissenschaften, die sich mit Menschen beschäftigt, denn vor allem interessiere ich mich für alles, was in einem Menschen vorgeht. Dieses Interesse nimmt manchmal ein so großes Ausmaß an, dass es unangenehm werden kann. Nicht für die anderen. Für mich. Wie…

  • Mein Versuch mich sicher zu fühlen: Anerkennung

    Liebes Tagebuch, Blättere ich durch meine alten Tagebücher, dann wird mir ganz komisch. Wahrscheinlich weil sich beim Lesen mein blöder Verdacht bestätigt. Lese ich diese Einträge, möchte ich abwechselnd mit dem Kopf schütteln oder direkt mein vergangenes Ich. Aber meistens möchte ich es einfach in den Arm nehmen und ihm sagen: „Das, was Du hier machst, brauchst Du gar nicht…“ In all meinen Tagebüchern definiere ich mich zu 90 Prozent über das, was andere von mir halten. Über Beziehungen, Freundschaften und die Männer. Zwischen all diesen Kontakten, Treffen, Gesprächen, suchte ich Bestätigung und Anerkennung. Ich suchte nicht danach, ich betrieb einen hohen Aufwand, um regelmäßig mit Anerkennung abgedeckt zu sein.…

  • Mein altes Beziehungsmuster – Morgendliche Stolpersteine

    Liebes Tagebuch, ich fahre in der Regel mit dem Fahrrad zur Arbeit. Es gibt ein kleines Stück, wo kein Fahrradweg am Rande der Straße verläuft, da habe ich um die 700 m auf der allgemeinen Fahrbahn zu fahren. Bis zum Punkt an dem der Straße wieder ein Radweg anknüpft. Ich kann also nach rechts ausscheren und muss über die extra abgesenkte Bordsteinstelle, um auf den Fahrradweg zu gelangen und weiterfahren zu können. Generell habe ich dieses kleine Kindheits-Trauma von diesem ohne genug Schwung von der Straße auf den Bordstein fahren, dabei hängen bleiben und vom Fahrrad zu stürzen. Wirklich passiert ist mir das, glaube ich, nur einmal, aber das ist…

  • Mein Versuch mich sicher zu fühlen: Kontrolle

    Liebes Tagebuch, Ich stehe auf einem Berg. Dem Berg des Hier und Jetzt. Ich stehe dort oben, im Hier und Jetzt. Von dort aus schaue ich nicht vor mich. Nicht vor mich, nicht auf meine Füße, nicht auf den Boden um mich herum. Ich würdige meiner Umgebung oft nur ein geringes Maß an Blicken. Ich schaue nach unten, vor den Berg. Ich schaue in die Ferne. So weit, wie es mir möglich ist. Ich schaue auf den Weg vor mir. Es ist der Weg, der endlos weit verläuft und für den ich mich, glaube ich, entschieden habe. In diesen Momenten glaube ich wirklich daran, dass ich mich entschieden habe. Aber…

  • Eine Alltagssituation, tausend Gedanken

    Liebes Tagebuch, heute schreibe ich Dir mal einen realen Ausschnitt aus meinem Leben und damit eine konkrete Situation meines Alltags und den dazugehörigen Gedanken. Ich komme gerade von einem Arzttermin und mag Dir gerade mal erzählen, wie überfüllt meine Gedankenwelt sogar bei sowas eingerichtet ist. Ich mache mich auf den Weg zur Praxis, bei weitem viel zu früh für den eigentlichen Termin. Es könnte ja irgendwas unvorhergesehen passieren, dazwischenkommen, was mich doch noch verspäten lassen würde. Darauf will ich immer vorbereitet sein und zu spät kommen kommt für mich nicht in Frage. Jemanden warten lassen erstrecht nicht. Ich bin auf dem Weg und überlege mir wie ich mich gedanklich am…