• Meine Wahrheit – Will ich belogen werden?

    Liebes Tagebuch, ganz klar ist, man kann sich über die Definition zu „Wahrheit“ streiten und auch darüber, ob man überhaupt jemals in den Zustand kommt, überall Wahrheit zu erleben. Meine Gedanken hierzu sind theoretisch. Mit der „Wahrheit“ im Folgenden, meine ich das „Wahrheit-Konstrukt“ der anderen, die in dem Moment nicht mit meiner aufgebaute Wahrheit übereinstimmt. Will ich belogen werden? An manchen Tagen denke ich: Sagt mir bitte alles, ich will lernen alles zu erleben. Ich will alles wissen. An unsicheren Tagen will ich mir ein Schild umhängen mit der Aufschrift: „Bitte schont mich heute, auch wenn das heißt, dass ihr mich belügt, ich bin heute zu unsicher um mit allem…

  • Meine Fernbeziehung

    Liebes Tagebuch, Die Fernbeziehung nervt. Was mir am Anfang wie ein Sicherheitsanker vor kam, wie das Gefühl, so nicht zu viel vom eigenen Leben, was ich gerade so begann alleine hinzubekommen, aufzugeben, fühlt sich jetzt gerade scheiße an. Ich bin so abhängig von den komprimierten Stunden, gefüllt mit unseren komprimierten Konversationen, Launen und Gefühlen. Dieses Gefühl sich schneller zu verändern, sich zu erfahren als dass man es überhaupt am Wochenende aufholen kann. Geschweige denn erklären, wo man gerade steht. Ich mag sie gerade nicht. Ich mag uns. Aber ich mag diese Wochenendbeziehung gerade nicht. Vielleicht haben wir auch einfach noch nicht den Dreh raus. Liegt es nun daran, dass wir…

  • Mich kann man nicht komprimieren

    Liebes Tagebuch, Mich kann man nicht auf den Punkt bringen. Ich selbst kann mich ja schon nicht auf den Punkt bringen. Ich habe Angst, dass Du das gerne würdest. Ich lese so gerne Bücher. Manche von ihnen brauchen sehr viel Zeit. Um den Inhalt in allen Facetten erfassen zu können. Für das Aufnehmen der expliziten Informationen und für das, was ich daraus machen möchte. Zeit, um meine Interpretationen entstehen zu lassen. Damit ich Raum für Fragen und Überlegungen entstehen lassen kann, vor allem oder gerade aus dem Teil zwischen den Zeilen. Ich möchte deren Wirkung fühlen und deren Möglichkeiten für mich erfassen. Dann gibt es da draußen diese schnellen Kicks…

  • Diese Drei Worte

    In Liebesromanen und Filmen ist es doch irgendwie meisten so, dass die richtige Beziehung, dieses „Ernsthafte“ damit beginnt, dass der Mann seiner Angebeteten seine Liebe gesteht. Häufig wird die Protagonistin in genau diesem Moment von allen vorherigen Zweifeln und Überlegungen und nicht selten vielen Höhen und Tiefen zuvor, in genau dieser Sekunde befreit. Nun bin ich hier. Ehrlich gesagt fühlt es sich verdammt nach einem dieser Romane und ja, ich finde mich auch in der ein oder anderen Szene wieder, die original aus dem Drehbuch einer Liebeskomödie stammen könnte. An diesen Tagen denke ich mir: Wieso sollten wir darüber reden? Ich kann es in allem erkennen. Ich brauche eigentlich keine…

  • Mein Mr. Right wird schon alles richten

    Und dann kam der Prinz. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Liebes Tagebuch, manchmal kam in mir genau dieser Wunsch auf. Dass der Eine kommt und mich umhaut. Alle Zweifel wegfegt. Am besten durch seine pure Existenz. Ich gebe es zu. Es gab Tage, da sehnte ich mich regelrecht danach. So konnte ich sagen: Es muss nur der richtige Typ kommen, dann klappt alles. Das wünschte ich mir eine lange Zeit tatsächlich. Dass es so einfach wäre. Ich hinterfragte es nicht mal. Die Verantwortung einfach abgeben. Irgendwann hinterfragte ich es zwar aber eher durch die Zweifel, ob es für jeden diesen Kerl geben könnte. Ich schickte regelmäßig…

  • Meine scheiß Eifersucht – innerer Dialog

    Achtung, mögliche Trigger in meinem Text. Liebes Tagebuch und liebe Eifersucht, warum bist Du denn jetzt wieder da? Ok, aber eine Veränderung gibt es: Du bist meine Eifersucht, mein Gedanke. Da habe ich mich heute Mal wieder meinen Gefühlen hingegeben. Passt halt, wenn man krank und ans Bett gefesselt (im schlechten Sinne) zu Hause liegt. Den Gefühlen, die ich die letzten Tage versuchte zu ignorieren durch Ablenkung und Schönreden. Tja, falsch gedacht, sie kommen wieder hoch und ich könnte kotzen. Und das zur Abwechslung Mal nicht wegen meinem Magen-Darm-Infekt. Und dann raste ich gerade so schön innerlich aus und welchen Spruch hält mein Beruhigungstee für mich bereit? Mal wieder Timing,…

  • Meine Projektionsfläche – Tinder und Co.

    Liebes Tagebuch, wo landet eigentlich diese ganze Energie, die durch die Vorstellungen, die Fantasien, das Reininterpretieren und die Projektionen entstehen, während man sich mit einem Profil beschäftigt? Auch die, die am Anfang einer Beziehung entstehen? Gibt es dafür eine Müllkippe in einem Paralleluniversum? Besser noch eine Recycling-Anlage um an anderer Stelle von ihr zu profitieren? Ich hatte immer schon ein komisches Gefühl bei Dating-Apps. Manche beschrieben mir das was man da betreibt als „Marktwert-Testen“. Ich verstand auch das nicht so richtig. Mir kommt es so vor, als testet man in erster Linie den virtuellen Marktwert. Nicht mal wirklich. Man testet in erster Linie den Marktwert seines Profilbilds und regt damit…

  • Beziehung – meine interaktive Spielreihe

    Liebes Tagebuch, Manchmal habe ich das Gefühl, zu Beginn mögen mich alle. Zu Beginn finden mich auch Männer hochinteressant. Zu Beginn und ich befürchte sogar ziemlich schnell, können sich einige auch mehr vorstellen. Klar, kennt jeder, wo Projektionsfläche ist, da ist das kein Hexenwerk. Selbst wenn es sich wie Zauberei anfühlt. Ich glaube sogar, dass wenn ich mich demjenigen gegenüber äußere bezüglich meiner Ängste und ich vielleicht auch gerade dadurch einem Kerl näher komme, findet er das am Anfang sympathisch. Ich weiß nicht immer genau was er darin sieht. Ob es das Beeindrucktsein meiner reflektierten Art ist oder das Erstauntsein darüber, wie ehrlich ich bin. Vielleicht löst es bei ihnen…

  • Erklärst Du mir die Sache mit dem Schmuck?

    Liebes Tagebuch, Beim vielen Bewusst-machen meiner Gedanken, mache ich mir manchmal auch die unnötigsten Dinge bewusst. Nach dem Motto: Ganz oder gar nicht. Bis auf die kurze Überlegung eventuell irgendwann Goldschmiedin zu werden, und das meiner Liebe zur Kreativität und meiner Geduld bei dieser geschuldet, bin ich, gemessen an manch anderen Frauen, absolut kein Schmuckmädchen. Ich meine wirklich so richtig gar nicht. Ich habe zwei Armbänder, die ich beide mal von Freundinnen geschenkt bekam, zwei Uhren, die ich jeweils von Exfreunden geschenkt bekam (die eine möglicherweise deshalb, weil es die andere gab). Ich trage nichts davon. Sie liegen fast unberührt im Schälchen auf meiner Fensterbank und erhalten kaum Aufmerksamkeit, bis…

  • Das beste Buch meines Lebens

    Liebes Tagebuch, Ich habe mir vor 2,5 Jahren mein erstes Tattoo stechen lassen. Großer Sinn, kurz erklärt: Es war der Zeitpunkt, wo mir klar wurde, ich schaue nicht zu wie mein Leben mir passiert und kann mich über manches freuen und manches nicht, sondern ich selbst gestalte es. Ich habe sowas gedacht wie: Geil, ich habe mein Leben vor mir und kann über die Geschichte entscheiden. Über den Inhalt. Ich kann jetzt schon die Weichen stellen. Ich kann eigentlich direkt den Klappentext schreiben, und den Inhalt darin schon mal wiedergeben. Weil ich es in der Hand habe. Alleine dieses Gefühl war schon genial. Jetzt merke ich gerade, das ist noch…