• Was soll denn dieses „an sich arbeiten“?

    In letzter Zeit bemerke nicht mehr nur ich, dass sich bei mir was verändert hat. Meistens sage ich dann: „Cool, ich habe nun auch lange an mir gearbeitet“. Was heißt das denn überhaupt? War ich denn vorher nicht gut genug? Was habe ich denn da bearbeitet? Lange waren meine Gesprächspartner nach diesem Satz still. Ich könnte mir vorstellen, dass das damit zu tun haben könnte, welche Vorstellungen sich dann bei diesen auftun. „An sich selbst arbeiten“ oder „Persönlichkeitsentwicklung betreiben“ – Was heißt das denn? Was macht man denn da? Ist das denn nötig? Klingt irgendwie so aufwendig. Muss ich mich dafür irgendwo anmelden, hohe Summen zahlen oder mich irgendwo einschreiben?…

  • Warum ich mich verstecken will

    Liebes Tagebuch, nach dieser verdammt langen Suche nach einem Modell, um mich endlich sicher zu fühlen, fand ich es. Es fing an mit der Erkenntnis für mich, dass ich 1. über meine Umwelt und nichts und niemanden darin die Kontrolle habe und 2. über meine Gedanken und damit meine Gefühle sehr wohl die Kontrolle habe. Das waren die zwei wichtigsten Gamechanger für mein komplettes Ich und mein Leben. Und damit der Beginn mir jedes einzelne Gefühl und damit jeden verbundenen Gedanken bewusst zu machen, um damit umzugehen. Bis ich schließlich merkte, dass durch diese tägliche Übung die Lücken zwischen Gedanken, Gefühl und Reaktionen auf diese, immer größer wurden, was Annahme…

  • Was macht die denn da? – Meditation und Bewertung

    Sitze ich regungslos im Park, denke ich, dass gleich jemand kommt und denkt, er müsse fragen, ob es mir denn gut ginge. Schließe ich meine Augen in der Straßenbahn oder auf irgendeiner Bank in meiner Stadt, denke ich, dass der nächste Mensch, der vorbei läuft denken könnte: „Ohje, die Arme, ist sie so müde, dass sie hier schlafen muss?“. Mache ich meine kleinen Atemübungen im Fitnessstudio oder im Café, in dem ich mich gerade an den Tisch setzte, um mich mal kurz zu sammeln und zu mir zu finden, denke ich, dass mich die Person am Nachbartisch beobachtet und bestimmt das Gefühl bekommt, sie müsse intervenieren, bevor mein Kreislauf gleich…

  • Recycling alter Glaubenssätze

    Liebes Tagebuch, Nicht nur den Müll, den ich durch meinen Lifestyle noch immer produziere, möchte ich recyceln oder recycled wissen. Ich werde das nun auch mit meinen Gedanken tun. Und bei dem größten, unschönen, fange ich nun an. Denn vor dem kann ich mich seit heute nicht mehr verstecken. Ich bin seit einiger Zeit in einem unglaublich wirksamen und damit irgendwie auch alles verändernden Prozess und heute wurde mir etwas bewusst. Ich trage einen weiteren, super unschönen Gedanken, ja, Glauben in mir, im Bezug auf meine Beziehung. Wieso sollte ich gerade bei Dir diesen Aufwand betreiben? Wieso hast Du es verdient, mich ohne Konsequenz-verhalten, zu bekommen, dieses unschöne Verhalten, was…

  • Trennungsschmerz

    Liebes Tagebuch, Ok. Bei mir ist die letzten Tage was passiert. Ich war nicht richtig anwesend. Bei allem was ich tat. Sogar das Niederschreiben meiner Gedanken half nur minimal. Ich fand mich dauernd total niedergeschlagen wieder und all meine Versuche mich daran zu erinnern, dass ich meine Gedanken und damit meine Gefühle gestalte, um mich in einen für mich angenehmeren Gefühlszustand zu bringen, scheiterten kläglich. Dann kam das viele Weinen hinzu. Das hatte ich lange nicht mehr. Die Tränen kamen sogar in unpassenden Situationen. Ich war beim Sport und plötzlich liefen sie. Genau das gleiche eben auf dem Nach hause-Weg nach der Vorlesung. Ich denke an Dich, mir wird kalt…

  • Meine Erwartungsbrille Teil 1

    Liebes Tagebuch, mir ist was Krasses aufgefallen. Und das wird nun erst mal wehtun. Eigentlich tut es das schon eine ganze Weile und ich kann diesen komischen Schmerz erst jetzt benennen. Wir beide kennen uns nun bald zwei Jahre. Wir sind ein Paar. Offiziell sind wir zusammen. Aber wenn ich mal komplett ehrlich zu mir bin, sind wir das bisher nicht gewesen. Ich bin zusammen gewesen mit dem Du, das ich gerne hätte und in Dich rein interpretierte. Ich führte eine Beziehung mit Deinem von mir glorifizierten Ich. Mit der Version, die ich gerne hätte. Mit der Version, die meinen Vorstellungen und Erwartungen entspricht oder eben – um mich selbst…

  • Wo kommt die Kiste her? Meine Erwartungsbrille Teil 2

    Liebes Tagebuch, ich glaube ich weiß, was hier gerade passiert ist. Ich muss gerade mal ganz ehrlich zu mir sein. Ich habe gerade einen Karton mit ganz vielen Gedanken, alle in Form von Erwartungen, in mir drin entdeckt, weil ich schmerzhaft über ihn gestolpert bin. Der Karton, der eigentlich schon hätte weg sein sollen. Ich dachte, den hätte ich schon längst aussortiert. Spätestens beim letzten Entrümpeln derer Gedanken, die mir nicht gut tun oder nicht weiter haben wollte. Und jetzt steht er da noch. Voll gestopft bis oben hin mit diesen ganzen Erwartungen im Bezug auf Dich. Ich hatte angenommen, dass ich auf dem besten Weg gewesen sei, meine Erwartungen…

  • Denk dran, keiner will anstrengende Frauen

    Ich war an diesem Tag mal wieder innerlich am Verzweifeln und beschloss meinem Freund von meinen Ängsten zu erzählen. Ja, von allen. “Das kannst Du nicht bringen!“, meinte L., als ich ihr von meinem Vorhaben erzählte. Ach stimmt ja, da war ja was. Ich hatte wohl gerade vergessen, dass ich meinen Freund doch nicht verschrecken darf. Dieser hässliche Glaubenssatz, der irgendwie tief in mir wohnte. Von dieser Welt, in der Männer unter keinen Umständen überfordert werden sollten. In der Frauen nicht zu kompliziert sein sollten und wenn doch, das bitte gut verstecken zu wissen. In dieser Pärchen-Welt würde mein Vorhaben wie eine Bombe einschlagen und alles zerstören.Dieser Glaubenssatz, der mir…

  • Meine Wahrheit – Will ich belogen werden?

    Liebes Tagebuch, ganz klar ist, man kann sich über die Definition zu „Wahrheit“ streiten und auch darüber, ob man überhaupt jemals in den Zustand kommt, überall Wahrheit zu erleben. Meine Gedanken hierzu sind theoretisch. Mit der „Wahrheit“ im Folgenden, meine ich das „Wahrheit-Konstrukt“ der anderen, die in dem Moment nicht mit meiner aufgebaute Wahrheit übereinstimmt. Will ich belogen werden? An manchen Tagen denke ich: Sagt mir bitte alles, ich will lernen alles zu erleben. Ich will alles wissen. An unsicheren Tagen will ich mir ein Schild umhängen mit der Aufschrift: „Bitte schont mich heute, auch wenn das heißt, dass ihr mich belügt, ich bin heute zu unsicher um mit allem…

  • Mich kann man nicht komprimieren

    Liebes Tagebuch, Mich kann man nicht auf den Punkt bringen. Ich selbst kann mich ja schon nicht auf den Punkt bringen. Ich habe Angst, dass Du das gerne würdest. Ich lese so gerne Bücher. Manche von ihnen brauchen sehr viel Zeit. Um den Inhalt in allen Facetten erfassen zu können. Für das Aufnehmen der expliziten Informationen und für das, was ich daraus machen möchte. Zeit, um meine Interpretationen entstehen zu lassen. Damit ich Raum für Fragen und Überlegungen entstehen lassen kann, vor allem oder gerade aus dem Teil zwischen den Zeilen. Ich möchte deren Wirkung fühlen und deren Möglichkeiten für mich erfassen. Dann gibt es da draußen diese schnellen Kicks…