• Mich kann man nicht komprimieren

    Liebes Tagebuch, Mich kann man nicht auf den Punkt bringen. Ich selbst kann mich ja schon nicht auf den Punkt bringen. Ich habe Angst, dass Du das gerne würdest. Ich lese so gerne Bücher. Manche von ihnen brauchen sehr viel Zeit. Um den Inhalt in allen Facetten erfassen zu können. Für das Aufnehmen der expliziten Informationen und für das, was ich daraus machen möchte. Zeit, um meine Interpretationen entstehen zu lassen. Damit ich Raum für Fragen und Überlegungen entstehen lassen kann, vor allem oder gerade aus dem Teil zwischen den Zeilen. Ich möchte deren Wirkung fühlen und deren Möglichkeiten für mich erfassen. Dann gibt es da draußen diese schnellen Kicks…

  • Mein Mr. Right wird schon alles richten

    Und dann kam der Prinz. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Liebes Tagebuch, manchmal kam in mir genau dieser Wunsch auf. Dass der Eine kommt und mich umhaut. Alle Zweifel wegfegt. Am besten durch seine pure Existenz. Ich gebe es zu. Es gab Tage, da sehnte ich mich regelrecht danach. So konnte ich sagen: Es muss nur der richtige Typ kommen, dann klappt alles. Das wünschte ich mir eine lange Zeit tatsächlich. Dass es so einfach wäre. Ich hinterfragte es nicht mal. Die Verantwortung einfach abgeben. Irgendwann hinterfragte ich es zwar aber eher durch die Zweifel, ob es für jeden diesen Kerl geben könnte. Ich schickte regelmäßig…

  • Meine scheiß Eifersucht – innerer Dialog

    Achtung, mögliche Trigger in meinem Text. Liebes Tagebuch und liebe Eifersucht, warum bist Du denn jetzt wieder da? Ok, aber eine Veränderung gibt es: Du bist meine Eifersucht, mein Gedanke. Da habe ich mich heute Mal wieder meinen Gefühlen hingegeben. Passt halt, wenn man krank und ans Bett gefesselt (im schlechten Sinne) zu Hause liegt. Den Gefühlen, die ich die letzten Tage versuchte zu ignorieren durch Ablenkung und Schönreden. Tja, falsch gedacht, sie kommen wieder hoch und ich könnte kotzen. Und das zur Abwechslung Mal nicht wegen meinem Magen-Darm-Infekt. Und dann raste ich gerade so schön innerlich aus und welchen Spruch hält mein Beruhigungstee für mich bereit? Mal wieder Timing,…

  • Mein altes Beziehungsmuster – Morgendliche Stolpersteine

    Liebes Tagebuch, ich fahre in der Regel mit dem Fahrrad zur Arbeit. Es gibt ein kleines Stück, wo kein Fahrradweg am Rande der Straße verläuft, da habe ich um die 700 m auf der allgemeinen Fahrbahn zu fahren. Bis zum Punkt an dem der Straße wieder ein Radweg anknüpft. Ich kann also nach rechts ausscheren und muss über die extra abgesenkte Bordsteinstelle, um auf den Fahrradweg zu gelangen und weiterfahren zu können. Generell habe ich dieses kleine Kindheits-Trauma von diesem ohne genug Schwung von der Straße auf den Bordstein fahren, dabei hängen bleiben und vom Fahrrad zu stürzen. Wirklich passiert ist mir das, glaube ich, nur einmal, aber das ist…

  • Mein Versuch mich sicher zu fühlen: Kontrolle

    Liebes Tagebuch, Ich stehe auf einem Berg. Dem Berg des Hier und Jetzt. Ich stehe dort oben, im Hier und Jetzt. Von dort aus schaue ich nicht vor mich. Nicht vor mich, nicht auf meine Füße, nicht auf den Boden um mich herum. Ich würdige meiner Umgebung oft nur ein geringes Maß an Blicken. Ich schaue nach unten, vor den Berg. Ich schaue in die Ferne. So weit, wie es mir möglich ist. Ich schaue auf den Weg vor mir. Es ist der Weg, der endlos weit verläuft und für den ich mich, glaube ich, entschieden habe. In diesen Momenten glaube ich wirklich daran, dass ich mich entschieden habe. Aber…

  • Meine Momentaufnahmen

    Ein Moment. Viele Aufnahmen. Alle abgeändert. Liebes Tagebuch, überall geht es um den Wunsch nach Achtsamkeit und darum zu lernen im Hier und Jetzt anzukommen. Aber welchen Umgang pflegen wir mit unseren vielen kleinen Momenten? Igrendwie passt da etwas nicht zusammen. Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Scrollt man sich durch Instagram und Co, ahnt man bei jedem zweiten Foto, dass diese Aufnahme keine „Zufallsaufnahme“ gewesen ist.  Selbst bei Aufnahmen untermauert mit den Hashtags „formorereality“ oder „morerealityoninstagram“ etc. habe ich mittlerweile Zweifel daran, ob die Aufnahmen die ja ach so spontan das „Reallife“ darstellen sollen, dies auch wirklich als Momentaufnahme tun. Stattdessen ahne ich, dass auch für diese eine „Momentaufnahme“…

  • Eine Alltagssituation, tausend Gedanken

    Liebes Tagebuch, heute schreibe ich Dir mal einen realen Ausschnitt aus meinem Leben und damit eine konkrete Situation meines Alltags und den dazugehörigen Gedanken. Ich komme gerade von einem Arzttermin und mag Dir gerade mal erzählen, wie überfüllt meine Gedankenwelt sogar bei sowas eingerichtet ist. Ich mache mich auf den Weg zur Praxis, bei weitem viel zu früh für den eigentlichen Termin. Es könnte ja irgendwas unvorhergesehen passieren, dazwischenkommen, was mich doch noch verspäten lassen würde. Darauf will ich immer vorbereitet sein und zu spät kommen kommt für mich nicht in Frage. Jemanden warten lassen erstrecht nicht. Ich bin auf dem Weg und überlege mir wie ich mich gedanklich am…