• Trennungsschmerz

    Liebes Tagebuch, Ok. Bei mir ist die letzten Tage was passiert. Ich war nicht richtig anwesend. Bei allem was ich tat. Sogar das Niederschreiben meiner Gedanken half nur minimal. Ich fand mich dauernd total niedergeschlagen wieder und all meine Versuche mich daran zu erinnern, dass ich meine Gedanken und damit meine Gefühle gestalte, um mich in einen für mich angenehmeren Gefühlszustand zu bringen, scheiterten kläglich. Dann kam das viele Weinen hinzu. Das hatte ich lange nicht mehr. Die Tränen kamen sogar in unpassenden Situationen. Ich war beim Sport und plötzlich liefen sie. Genau das gleiche eben auf dem Nach hause-Weg nach der Vorlesung. Ich denke an Dich, mir wird kalt…

  • Meine Erwartungsbrille Teil 1

    Liebes Tagebuch, mir ist was Krasses aufgefallen. Und das wird nun erst mal wehtun. Eigentlich tut es das schon eine ganze Weile und ich kann diesen komischen Schmerz erst jetzt benennen. Wir beide kennen uns nun bald zwei Jahre. Wir sind ein Paar. Offiziell sind wir zusammen. Aber wenn ich mal komplett ehrlich zu mir bin, sind wir das bisher nicht gewesen. Ich bin zusammen gewesen mit dem Du, das ich gerne hätte und in Dich rein interpretierte. Ich führte eine Beziehung mit Deinem von mir glorifizierten Ich. Mit der Version, die ich gerne hätte. Mit der Version, die meinen Vorstellungen und Erwartungen entspricht oder eben – um mich selbst…

  • Wo kommt die Kiste her? Meine Erwartungsbrille Teil 2

    Liebes Tagebuch, ich glaube ich weiß, was hier gerade passiert ist. Ich muss gerade mal ganz ehrlich zu mir sein. Ich habe gerade einen Karton mit ganz vielen Gedanken, alle in Form von Erwartungen, in mir drin entdeckt, weil ich schmerzhaft über ihn gestolpert bin. Der Karton, der eigentlich schon hätte weg sein sollen. Ich dachte, den hätte ich schon längst aussortiert. Spätestens beim letzten Entrümpeln derer Gedanken, die mir nicht gut tun oder nicht weiter haben wollte. Und jetzt steht er da noch. Voll gestopft bis oben hin mit diesen ganzen Erwartungen im Bezug auf Dich. Ich hatte angenommen, dass ich auf dem besten Weg gewesen sei, meine Erwartungen…

  • Denk dran, keiner will anstrengende Frauen

    Ich war an diesem Tag mal wieder innerlich am Verzweifeln und beschloss meinem Freund von meinen Ängsten zu erzählen. Ja, von allen. “Das kannst Du nicht bringen!“, meinte L., als ich ihr von meinem Vorhaben erzählte. Ach stimmt ja, da war ja was. Ich hatte wohl gerade vergessen, dass ich meinen Freund doch nicht verschrecken darf. Dieser hässliche Glaubenssatz, der irgendwie tief in mir wohnte. Von dieser Welt, in der Männer unter keinen Umständen überfordert werden sollten. In der Frauen nicht zu kompliziert sein sollten und wenn doch, das bitte gut verstecken zu wissen. In dieser Pärchen-Welt würde mein Vorhaben wie eine Bombe einschlagen und alles zerstören.Dieser Glaubenssatz, der mir…

  • Mich kann man nicht komprimieren

    Liebes Tagebuch, Mich kann man nicht auf den Punkt bringen. Ich selbst kann mich ja schon nicht auf den Punkt bringen. Ich habe Angst, dass Du das gerne würdest. Ich lese so gerne Bücher. Manche von ihnen brauchen sehr viel Zeit. Um den Inhalt in allen Facetten erfassen zu können. Für das Aufnehmen der expliziten Informationen und für das, was ich daraus machen möchte. Zeit, um meine Interpretationen entstehen zu lassen. Damit ich Raum für Fragen und Überlegungen entstehen lassen kann, vor allem oder gerade aus dem Teil zwischen den Zeilen. Ich möchte deren Wirkung fühlen und deren Möglichkeiten für mich erfassen. Dann gibt es da draußen diese schnellen Kicks…

  • Diese Drei Worte

    In Liebesromanen und Filmen ist es doch irgendwie meisten so, dass die richtige Beziehung, dieses „Ernsthafte“ damit beginnt, dass der Mann seiner Angebeteten seine Liebe gesteht. Häufig wird die Protagonistin in genau diesem Moment von allen vorherigen Zweifeln und Überlegungen und nicht selten vielen Höhen und Tiefen zuvor, in genau dieser Sekunde befreit. Nun bin ich hier. Ehrlich gesagt fühlt es sich verdammt nach einem dieser Romane und ja, ich finde mich auch in der ein oder anderen Szene wieder, die original aus dem Drehbuch einer Liebeskomödie stammen könnte. An diesen Tagen denke ich mir: Wieso sollten wir darüber reden? Ich kann es in allem erkennen. Ich brauche eigentlich keine…

  • Mein Mr. Right wird schon alles richten

    Und dann kam der Prinz. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Liebes Tagebuch, manchmal kam in mir genau dieser Wunsch auf. Dass der Eine kommt und mich umhaut. Alle Zweifel wegfegt. Am besten durch seine pure Existenz. Ich gebe es zu. Es gab Tage, da sehnte ich mich regelrecht danach. So konnte ich sagen: Es muss nur der richtige Typ kommen, dann klappt alles. Das wünschte ich mir eine lange Zeit tatsächlich. Dass es so einfach wäre. Ich hinterfragte es nicht mal. Die Verantwortung einfach abgeben. Irgendwann hinterfragte ich es zwar aber eher durch die Zweifel, ob es für jeden diesen Kerl geben könnte. Ich schickte regelmäßig…

  • Meine scheiß Eifersucht – innerer Dialog

    Achtung, mögliche Trigger in meinem Text. Liebes Tagebuch und liebe Eifersucht, warum bist Du denn jetzt wieder da? Ok, aber eine Veränderung gibt es: Du bist meine Eifersucht, mein Gedanke. Da habe ich mich heute Mal wieder meinen Gefühlen hingegeben. Passt halt, wenn man krank und ans Bett gefesselt (im schlechten Sinne) zu Hause liegt. Den Gefühlen, die ich die letzten Tage versuchte zu ignorieren durch Ablenkung und Schönreden. Tja, falsch gedacht, sie kommen wieder hoch und ich könnte kotzen. Und das zur Abwechslung Mal nicht wegen meinem Magen-Darm-Infekt. Und dann raste ich gerade so schön innerlich aus und welchen Spruch hält mein Beruhigungstee für mich bereit? Mal wieder Timing,…

  • Beziehung – meine interaktive Spielreihe

    Liebes Tagebuch, Manchmal habe ich das Gefühl, zu Beginn mögen mich alle. Zu Beginn finden mich auch Männer hochinteressant. Zu Beginn und ich befürchte sogar ziemlich schnell, können sich einige auch mehr vorstellen. Klar, kennt jeder, wo Projektionsfläche ist, da ist das kein Hexenwerk. Selbst wenn es sich wie Zauberei anfühlt. Ich glaube sogar, dass wenn ich mich demjenigen gegenüber äußere bezüglich meiner Ängste und ich vielleicht auch gerade dadurch einem Kerl näher komme, findet er das am Anfang sympathisch. Ich weiß nicht immer genau was er darin sieht. Ob es das Beeindrucktsein meiner reflektierten Art ist oder das Erstauntsein darüber, wie ehrlich ich bin. Vielleicht löst es bei ihnen…

  • Welpenschutz in Beziehungen

    Liebes Tagebuch,Welpenschutz besagt, dass Welpen angeblich bei älteren Hunden eine weitreichende „Narrenfreiheit“ hätten, von ihnen nicht angegangen und nicht verletzt würden; für menschliche Beobachter stelle sich diese Zurückhaltung als biologisch-sozial bedingte Toleranz dar. Wikipedia 2019. Diese süße Narrenfreiheit. Ich glaube, die hat mein Freund manchmal auch. Manche nennen es blind vor Liebe, andere den rosaroten Blick durch die Brille. Ich nenne es Welpenschutz. Mein Freund hat einen ganz klaren Welpenschutz. Ursprung dieses an mir zu beobachtendes Phänomen ist wohl eine Mischung aus dem Beduseltsein der Gefühle zu ihm und dem Wunsch, ihn so gut es geht so zu lassen, wie er ist. Erkennungszeichen hierfür sind diese Zurückhaltung bei all den…