• Ein Ring für die Liebe auf den zweiten Blick

    Liebes Tagebuch, Ich habe ja nie so voll und ganz an Liebe auf den zweiten Blick geglaubt. Heimlich in mir drin, war da doch immer diese Vorstellung von diesem romantischen Moment, verbunden mit diesen alles durchdringenden Emotionen, nach der ersten Begegnung – Die Liebe auf den ersten Blick. Das hat sich geändert. Irgendwann in den letzten Wochen muss es passiert sein. Irgendwo zwischen dem erweiterten Reflektieren, integriert in meinen Alltag und das nicht mehr nur zu festgelegten Zeiten. Irgendwo zwischen all den Malen, in denen ich Atemübungen machte, meditierte oder bewusst einige meiner momentanen Gedanken gehen ließ. Und dann kamen da auf einmal Anzeichen von Gefühlen in mir auf, die…

  • Von Playlists und Entscheidungen

    Guten Morgen mein lieber Verstand mit meinen Gedanken, sorry, heute höre ich auf meine Seele. Heute habe ich einen freien Tag. Neben dem Studienkram und meinem Job, ist heute mal nichts Großes in meinem Kalender eingetragen. Mein Verstand freut sich und kommt sofort mit den großartigsten Ideen, womit ich diesen Tag heute füllen sollte. Wozu ich diese Zeit nutzen könnte, um sie ja nicht zu verschwenden. Im Kopf habe ich schon 14 mögliche Punkte für eine To-Do-Liste im Kopf aufgestellt, noch bevor ich vom Bett ins Bad gelaufen bin. Kennst Du das, Du sitzt im Zug oder der Straßenbahn, Deine Kopfhörer in den Ohren und klickst Dich durch Deine Playlist.…

  • Abschiedsgeschenk für mich

    Und dann stehe ich da plötzlich. Mit dem Griff meines, bis in die letzte Ecke voll gestopften, Handgepäckkoffers in der einen und meiner Regenjacke in der anderen Hand. Und Du hast mir in den Minuten zuvor das schönste Abschiedsgeschenk gemacht, was du mir hättest schenken können. Eigentlich hast Du schon vor Monaten angefangen es mir zu schenken. Zuerst, als ich auf die Idee kam, dass ich für 6 Wochen weg möchte. Du warst gespannt auf meine Pläne. Es ist gut möglich, dass ich mit einem ganz bestimmten Motiv weg wollte. Denn irgendwie kam die Idee in dem Zeitraum auf, als mir mein Glaubenssatz, dass ich keine Beständigkeit finden könne, verbunden…

  • Was soll denn dieses „an sich arbeiten“?

    In letzter Zeit bemerke nicht mehr nur ich, dass sich bei mir was verändert hat. Meistens sage ich dann: „Cool, ich habe nun auch lange an mir gearbeitet“. Was heißt das denn überhaupt? War ich denn vorher nicht gut genug? Was habe ich denn da bearbeitet? Lange waren meine Gesprächspartner nach diesem Satz still. Ich könnte mir vorstellen, dass das damit zu tun haben könnte, welche Vorstellungen sich dann bei diesen auftun. „An sich selbst arbeiten“ oder „Persönlichkeitsentwicklung betreiben“ – Was heißt das denn? Was macht man denn da? Ist das denn nötig? Klingt irgendwie so aufwendig. Muss ich mich dafür irgendwo anmelden, hohe Summen zahlen oder mich irgendwo einschreiben?…

  • Datenschutz in Beziehungen – brauchen wir Cookies?

    Datenschutz ist in letzter Zeit ein so großes Thema, man kommt kaum an Diskussionen über die Vor- und Nachteile im Zusammenhang von Datenspeicherungen und deren Verarbeitungen vorbei. Irgendwie macht das ganze Thema mir Angst. Dieses Gefühl, dass es mich wohl möglich irgendwann zerstören könnte. Ich fühle eine Unsicherheit, gerade weil es für mich so wenig transparent scheint. Sodass ich geneigt bin gleich resigniert zu entscheiden: Das ist mir zu viel, da blicke ich nicht durch. Da steige ich gar nicht erst ein. Gefühlt habe ich schon vor einer ganzen Weile den Überblick verloren. Gut möglich, dass genau das mir letztendlich zum Verhängnis wird. Ich will meine Daten sicher aufgehoben wissen,…

  • Recycling alter Glaubenssätze

    Liebes Tagebuch, Nicht nur den Müll, den ich durch meinen Lifestyle noch immer produziere, möchte ich recyceln oder recycled wissen. Ich werde das nun auch mit meinen Gedanken tun. Und bei dem größten, unschönen, fange ich nun an. Denn vor dem kann ich mich seit heute nicht mehr verstecken. Ich bin seit einiger Zeit in einem unglaublich wirksamen und damit irgendwie auch alles verändernden Prozess und heute wurde mir etwas bewusst. Ich trage einen weiteren, super unschönen Gedanken, ja, Glauben in mir, im Bezug auf meine Beziehung. Wieso sollte ich gerade bei Dir diesen Aufwand betreiben? Wieso hast Du es verdient, mich ohne Konsequenz-verhalten, zu bekommen, dieses unschöne Verhalten, was…

  • Meine Wahrheit – Will ich belogen werden?

    Liebes Tagebuch, ganz klar ist, man kann sich über die Definition zu „Wahrheit“ streiten und auch darüber, ob man überhaupt jemals in den Zustand kommt, überall Wahrheit zu erleben. Meine Gedanken hierzu sind theoretisch. Mit der „Wahrheit“ im Folgenden, meine ich das „Wahrheit-Konstrukt“ der anderen, die in dem Moment nicht mit meiner aufgebaute Wahrheit übereinstimmt. Will ich belogen werden? An manchen Tagen denke ich: Sagt mir bitte alles, ich will lernen alles zu erleben. Ich will alles wissen. An unsicheren Tagen will ich mir ein Schild umhängen mit der Aufschrift: „Bitte schont mich heute, auch wenn das heißt, dass ihr mich belügt, ich bin heute zu unsicher um mit allem…

  • Meine Projektionsfläche – Tinder und Co.

    Liebes Tagebuch, wo landet eigentlich diese ganze Energie, die durch die Vorstellungen, die Fantasien, das Reininterpretieren und die Projektionen entstehen, während man sich mit einem Profil beschäftigt? Auch die, die am Anfang einer Beziehung entstehen? Gibt es dafür eine Müllkippe in einem Paralleluniversum? Besser noch eine Recycling-Anlage um an anderer Stelle von ihr zu profitieren? Ich hatte immer schon ein komisches Gefühl bei Dating-Apps. Manche beschrieben mir das was man da betreibt als „Marktwert-Testen“. Ich verstand auch das nicht so richtig. Mir kommt es so vor, als testet man in erster Linie den virtuellen Marktwert. Nicht mal wirklich. Man testet in erster Linie den Marktwert seines Profilbilds und regt damit…

  • Das beste Buch meines Lebens

    Liebes Tagebuch, Ich habe mir vor 2,5 Jahren mein erstes Tattoo stechen lassen. Großer Sinn, kurz erklärt: Es war der Zeitpunkt, wo mir klar wurde, ich schaue nicht zu wie mein Leben mir passiert und kann mich über manches freuen und manches nicht, sondern ich selbst gestalte es. Ich habe sowas gedacht wie: Geil, ich habe mein Leben vor mir und kann über die Geschichte entscheiden. Über den Inhalt. Ich kann jetzt schon die Weichen stellen. Ich kann eigentlich direkt den Klappentext schreiben, und den Inhalt darin schon mal wiedergeben. Weil ich es in der Hand habe. Alleine dieses Gefühl war schon genial. Jetzt merke ich gerade, das ist noch…

  • Kaputte Dinge in meiner Beziehung – Verschleiß oder Rücksichtslosigkeit?

    Liebes Tagebuch, Ich kenne Dein Inventar mittlerweile ziemlich gut. Und langsam auch Dich. Mir ist schon öfters aufgefallen, dass die Geräte, die Du nutzt irgendwie fast alle kaputt sind. Auch die, die Du täglich nutzt. Schreibst Du ihnen zu wenig Wert zu? Vor ein paar Tagen hast Du mir noch mehr davon vorgestellt. Du entsorgst sie nämlich nicht. Vor allem Deine Elektrogeräte. Du hast mir Deine Sammlung an den Vorgänger-Modellen Deines jetzigen Handys, eins nach dem anderen vorgestellt. Sie waren alle kaputt. Aus den unterschiedlichsten Gründen. Du hast sie mir alle gezeigt. Von den äußeren Makeln über zersprungene Ecken bis hin zu komplett zersplitterten Displays. Nimmst Du zu wenig Rücksicht?…