• Denk dran, keiner will anstrengende Frauen

    Ich war an diesem Tag mal wieder innerlich am Verzweifeln und beschloss meinem Freund von meinen Ängsten zu erzählen. Ja, von allen. “Das kannst Du nicht bringen!“, meinte L., als ich ihr von meinem Vorhaben erzählte. Ach stimmt ja, da war ja was. Ich hatte wohl gerade vergessen, dass ich meinen Freund doch nicht verschrecken darf. Dieser hässliche Glaubenssatz, der irgendwie tief in mir wohnte. Von dieser Welt, in der Männer unter keinen Umständen überfordert werden sollten. In der Frauen nicht zu kompliziert sein sollten und wenn doch, das bitte gut verstecken zu wissen. In dieser Pärchen-Welt würde mein Vorhaben wie eine Bombe einschlagen und alles zerstören.Dieser Glaubenssatz, der mir…

  • Mein Mr. Right wird schon alles richten

    Und dann kam der Prinz. Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Liebes Tagebuch, manchmal kam in mir genau dieser Wunsch auf. Dass der Eine kommt und mich umhaut. Alle Zweifel wegfegt. Am besten durch seine pure Existenz. Ich gebe es zu. Es gab Tage, da sehnte ich mich regelrecht danach. So konnte ich sagen: Es muss nur der richtige Typ kommen, dann klappt alles. Das wünschte ich mir eine lange Zeit tatsächlich. Dass es so einfach wäre. Ich hinterfragte es nicht mal. Die Verantwortung einfach abgeben. Irgendwann hinterfragte ich es zwar aber eher durch die Zweifel, ob es für jeden diesen Kerl geben könnte. Ich schickte regelmäßig…

  • Das beste Buch meines Lebens

    Liebes Tagebuch, Ich habe mir vor 2,5 Jahren mein erstes Tattoo stechen lassen. Großer Sinn, kurz erklärt: Es war der Zeitpunkt, wo mir klar wurde, ich schaue nicht zu wie mein Leben mir passiert und kann mich über manches freuen und manches nicht, sondern ich selbst gestalte es. Ich habe sowas gedacht wie: Geil, ich habe mein Leben vor mir und kann über die Geschichte entscheiden. Über den Inhalt. Ich kann jetzt schon die Weichen stellen. Ich kann eigentlich direkt den Klappentext schreiben, und den Inhalt darin schon mal wiedergeben. Weil ich es in der Hand habe. Alleine dieses Gefühl war schon genial. Jetzt merke ich gerade, das ist noch…

  • Meine Logistik im Kopf – von meiner Akkulaufzeit

    Liebes Tagebuch, Ständig und überall sind wir auf der Suche nach der nächsten Steckdose. Wir werden nervös, schalten den Flugmodus ein und aus und kalkulieren wie wir am besten welche App benutzen, um den kostbaren Strom unseres Smartphones so lange es geht zu erhalten, wenn wir in dieser Schrecksekunde bemerkten, dass wir auf der dreistündigen Zugfahrt das Aufladekabel vergessen haben. Wir kriegen Schweißausbrüche, wenn unser Notebook nur noch 23 Prozent Akkuladung anzeigt, wir aber ohne Netzteil in der Bibliothek bei der Gruppenarbeit sitzen. Und wo haben wir jetzt nochmal das Netzteil für uns liegen lassen? Wenn ich gute Filme sehe oder spannende Bücher lese, dann bemerke ich das an einer…

  • Mein altes Beziehungsmuster – Morgendliche Stolpersteine

    Liebes Tagebuch, ich fahre in der Regel mit dem Fahrrad zur Arbeit. Es gibt ein kleines Stück, wo kein Fahrradweg am Rande der Straße verläuft, da habe ich um die 700 m auf der allgemeinen Fahrbahn zu fahren. Bis zum Punkt an dem der Straße wieder ein Radweg anknüpft. Ich kann also nach rechts ausscheren und muss über die extra abgesenkte Bordsteinstelle, um auf den Fahrradweg zu gelangen und weiterfahren zu können. Generell habe ich dieses kleine Kindheits-Trauma von diesem ohne genug Schwung von der Straße auf den Bordstein fahren, dabei hängen bleiben und vom Fahrrad zu stürzen. Wirklich passiert ist mir das, glaube ich, nur einmal, aber das ist…

  • Mein Versuch mich sicher zu fühlen: Kontrolle

    Liebes Tagebuch, Ich stehe auf einem Berg. Dem Berg des Hier und Jetzt. Ich stehe dort oben, im Hier und Jetzt. Von dort aus schaue ich nicht vor mich. Nicht vor mich, nicht auf meine Füße, nicht auf den Boden um mich herum. Ich würdige meiner Umgebung oft nur ein geringes Maß an Blicken. Ich schaue nach unten, vor den Berg. Ich schaue in die Ferne. So weit, wie es mir möglich ist. Ich schaue auf den Weg vor mir. Es ist der Weg, der endlos weit verläuft und für den ich mich, glaube ich, entschieden habe. In diesen Momenten glaube ich wirklich daran, dass ich mich entschieden habe. Aber…

  • Meine Momentaufnahmen

    Ein Moment. Viele Aufnahmen. Alle abgeändert. Liebes Tagebuch, überall geht es um den Wunsch nach Achtsamkeit und darum zu lernen im Hier und Jetzt anzukommen. Aber welchen Umgang pflegen wir mit unseren vielen kleinen Momenten? Igrendwie passt da etwas nicht zusammen. Es ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Scrollt man sich durch Instagram und Co, ahnt man bei jedem zweiten Foto, dass diese Aufnahme keine „Zufallsaufnahme“ gewesen ist.  Selbst bei Aufnahmen untermauert mit den Hashtags „formorereality“ oder „morerealityoninstagram“ etc. habe ich mittlerweile Zweifel daran, ob die Aufnahmen die ja ach so spontan das „Reallife“ darstellen sollen, dies auch wirklich als Momentaufnahme tun. Stattdessen ahne ich, dass auch für diese eine „Momentaufnahme“…